Die 5 wichtigsten Punkte für korrektes Wetzen
Sensenpflege • Wissenswertes • Schneide schärfen
„Korrektes Wetzen“ ist die Voraussetzung für eine scharfe Schneide. Und eine scharfe Schneide ist der Unterschied zwischen Freude und Frust beim Sensenmähen. Die 5 wichtigsten Punkte – und was dahinter steckt.
Die 5 wichtigsten Punkte beim Wetzen
FEATURED SNIPPET – SENSE WETZEN: DIE 5 PUNKTE
- Warum wetzen? – Den Grat (Schlonz) abziehen, der sich beim Mähen bildet
- Kein Kraft- oder Temposport – langsam, bewusst und korrekt ist besser als schnell und falsch
- Wetzstein befeuchten – Wasser transportiert den Abrieb und wirkt als Vermittler
- Richtige Handhaltung – unteres Drittel halten, Daumen anwinkeln, flache Seite verwenden
- Passender Wetzstein – Wetzstein muss zum Sensenblatt passen
Punkt 1: Warum muss die Sense gewetzt werden?
Durch das Mähen rollt sich der vorderste Bereich der Schneide nach oben – es entsteht der sogenannte Schlonz: ein feiner Grat, der die Schneide stumpf macht. Die Sense wird mit jeder Bahn etwas stumpfer. Beim Wetzen wird dieser Grat mit dem Wetzstein abgezogen – und die Schneide ist wieder scharf.
Man kann den Schlonz mit dem Finger ertasten: vorsichtig senkrecht über die Schneide führen – wenn du einen Grat spürst, ist es Zeit zum Wetzen. Wenn selbst Wetzen den Schlonz nicht mehr beseitigt, ist Dengeln nötig.
FAUSTREGEL
Vor dem Mähbeginn wetzen – und alle 5–10 Minuten während des Mähens. Lieber öfter wetzen und die Schneide erhalten, als das aufwändige Dengeln auf sich nehmen.
Punkt 2: Kein Kraft- oder Temposport
Es kommt weder auf Schnelligkeit noch auf Kraft beim Wetzen an. Wer denkt, kräftiger oder schneller wetzen sei besser – der liegt falsch. Kraftvolles Wetzen kann die Schneide sogar schädigen.
In meinen Kursen vermittle ich das Wetzen in Zeitlupe. Falsch eingelernte Bewegungsabläufe sind schnell verinnerlicht und brauchen ständige Beobachtung und Korrektur. Wer es einmal richtig lernt, hat für immer etwas davon.
Die Wetzbewegung ist eine Kombination aus senkrechter und waagrechter Bewegung. Kein reines Schieben, kein reines Ziehen – sondern beides gleichzeitig, gleichmäßig, mit leichtem Druck.
Punkt 3: Den Wetzstein befeuchten
Denke immer daran, den Wetzstein zu befeuchten. Das Wasser transportiert den minimalen Abrieb vom Stein und von der Schneide – und wirkt als Vermittler zwischen Blatt und Wetzstein. Ein trockener Wetzstein gleitet schlechter und kann die Schneide beschädigen.
Dafür gibt es den Kumpf – ein kleiner Behälter am Gürtel, der den Wetzstein während des Mähens feucht hält. Welcher Kumpf zu welchem Wetzstein passt, erfahre ich in einem weiteren Blogartikel und in der Mähdiathek.

falsche Haltung beim Wetzen
Punkt 4: Die richtige Handhaltung
KORREKTE WETZSTEIN-HALTUNG
- Wetzstein im unteren Drittel halten –
- Schmales Ende in der Handkuhle – das Ende liegt sicher in der Handfläche
- Daumen anwinkeln – sonst drohen Schnittwunden
- Flache Seite verwenden – nicht die schmale Kante
- Sicherer Abstand zur Schneide – durch korrekte Haltung automatisch gewährleistet
Der Daumen – das betone ich in jedem Kurs. Wer den Daumen nicht anwinkelt, riskiert blutende Schnittwunden. Das passiert schnell und unbemerkt. Die richtige Handhaltung ist daher kein Detail – sie ist eine Sicherheitsfrage.
Wer über die Kanten wetzte (erkennbar am Schatten auf der schmalen Seite des Blattes), würgt die Schneide ab und macht sie stumpfer statt schärfer.

korrekte Haltung beim Wetzen
Punkt 5: Der richtige Wetzstein für dein Sensenblatt
Der Wetzstein muss zum Sensenblatt passen – denn nicht jeder Stein eignet sich für jedes Blatt. Zu grobe Körnung rauht die Schneide auf. Zu feine Körnung zieht den Grat nicht ab. Die Kombination macht’s.
Wetzsteine gibt es in verschiedenen Größen, Körnungen und Materialien – Naturstein, Kunststein, verschiedene Härtegrade. Welcher Stein zu welchem Blatt passt – das lernst du im Sensenkurs und in der Mähdiathek.
Wetzen vs. Dengeln – was ist wann nötig?
DIREKTE ANTWORT
| Wetzen | Dengeln |
| Mit dem Wetzstein auf der Wiese | Mit Hammer und Amboss |
| Zieht den Grat (Schlonz) ab | Formt die Schneide neu |
| Alle 5–10 Minuten | Wenn Wetzen nicht mehr reicht |
| Dauert 1–2 Minuten | Dauert 10–20 Minuten |
Die einfache Formel: Lieber öfter wetzen – und selten dengeln müssen. Wer regelmäßig wetzt, schützt seine Schneide und spart Zeit.

der graue Schlonz auf der Rückseite zeigt korrektes Wetzen
Häufige Fragen zum Wetzen der Sense (FAQ)
Warum muss die Sense gewetzt werden?
Durch das Mähen bildet sich ein Grat (Schlonz) an der Schneide. Beim Wetzen wird dieser abgezogen – die Sense wird wieder scharf.
Wie oft soll man die Sense wetzen?
Vor dem Mähbeginn und alle 5–10 Minuten während des Mähens. Lieber öfter wetzen als das aufwändige Dengeln auf sich nehmen.
Wie hält man den Wetzstein richtig?
Im unteren Drittel, schmales Ende in der Handkuhle, Daumen anwinkeln. Flache Seite verwenden. Bewegung: Kombination aus senkrecht und waagrecht.
Muss der Wetzstein nass sein?
Ja. Das Wasser transportiert den Abrieb und wirkt als Vermittler zwischen Blatt und Wetzstein. Den Stein im Kumpf feucht halten.
Was ist der Unterschied zwischen Wetzen und Dengeln?
Wetzen zieht den Grat ab – schnell, auf der Wiese, mit dem Wetzstein. Dengeln formt die Schneide neu – nötig wenn Wetzen allein nicht mehr ausreicht.
Korrektes Wetzen – im Sensenkurs lernen
Wie du über die Kanten wetzen vermeidest, was beim Kanten passiert und welchen Trick es gibt dies zu verhindern – das und vieles mehr lernst du in meinem Sensenkurs. Von Waiblingen bis hin zu deiner Wiese.
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