Wie kann man die Schärfe des Sensenblattes sehen?

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Wie kann man eine Schärfe sehen? Die Antwort ist ganz einfach: gar nicht! Dafür sieht man jedoch die Unschärfe. Und das hat – wie so vieles bei der Sense – mehr mit Sicherheit zu tun, als man zunächst denkt.

Schärfe sieht man nicht – Unschärfe schon

DIREKTE ANTWORT – WIE PRÜFT MAN DIE SCHÄRFE?

Eine scharfe Schneide ist unsichtbar – sie hat keine Fläche, auf die Licht fallen kann. Eine stumpfe Schneide hat eine kleine, flache Kante – und genau auf diese Fläche fällt das Licht: der Silberstreif entsteht. Ist kein Silberstreif zu sehen: die Sense ist scharf.

Genauso verhält es sich mit der Spitze: Auch sie ist scharf – und damit fast unsichtbar. Wer das einmal wirklich versteht, geht mit der Sense anders um. Nicht ängstlicher, aber bewusster.

Der Silberstreif-Trick: so prüft man die Schärfe nach dem Dengeln

SCHRITT-FÜR-SCHRITT – DER SILBERSTREIF-TRICK

  1. Sensenblatt halten – Vorsicht: Transportschutz verwenden!
  2. Ins Licht drehen – Licht von oben oder der Seite auf die Kante fallen lassen
  3. Silberstreif suchen – ein silbriges Glänzen entlang der Schneide
  4. Silberstreif sichtbar – diese Stelle ist noch stumpf – weiter dengeln
  5. Kein Silberstreif mehr – die Schneide ist scharf – fertig!

Hier wird eine stumpfe Staudensense gedengelt: Links ist bereits die Schräge in ca. 30° Winkel vorbereitet, rechts fehlt komplett der Dengel. In weiteren Schritten entsteht aus der glänzenden Fläche der superscharfe Dengel – mit der unsichtbaren Schnittkante.

Gut gedengelt sucht man vergebens nach dem Silberstreif. Keine Reflexion = scharfe Sense. Das ist der einfachste und zuverlässigste Test.

links ist die Kante, nicht der Silberstreif

links ist die Schneiden-Kante, nicht der Silberstreif

Die Nagelprobe – Schärfe fühlen statt sehen

Möchte man die Schärfe zusätzlich prüfen, empfiehlt sich die Nagelprobe – auch ein Bestandteil des Dengelkurses.

  • Fingernagel vorsichtig senkrecht – an die Schneide halten – nie längs!
  • Scharfe Schneide – greift leicht in den Nagel – beim Bewegen des Nagels wird eine Welle im Metall sichtbar
  • Stumpfe Schneide – gleitet glatt darüber – kein Haken, kein Griff

Spaßhalber kann man auch mal ein Blatt Papier durchschneiden – eine scharfe Sense schneidet sauber und mühelos. Auch wenn der Dengel anschließend wieder nachgeschärft werden muss, ist es ein eindrucksvolles Erlebnis.

Schärfe der Sense sichtbar gemacht

Schärfe der Sense sichtbar gemacht

Weitere Schärfe-Prüfungen auf einen Blick

3 METHODEN ZUR SCHÄRFE-PRÜFUNG

  • Silberstreif-Trick – Schneide ins Licht halten: kein Glänzen = scharf
  • Nagelprobe – Fingernagel senkrecht anhalten: Haken = scharf, Welle dort, wo Metall auf Nagel trifft
  • Papiertest – Papier sauber schneiden: scharf; reißen: stumpf

Beim Wetzen gibt es noch einen weiteren Hinweis: den Klang des Wetzsteins. Wer klingend wetzt – mit einer klaren, singenden Note –, schärft korrekt. Wer schabend wetzt, hat entweder den falschen Winkel oder einen unpassenden Wetzstein.

Die Sense im Baum – keine Tradition, sondern ein Risiko

Immer wieder höre ich in Kursen, dass „der Opa die Sense immer in den Baum gehängt hat“ – und daher es heute immer noch so gehandhabt wird. Und da kommt mir das Grauen.

Zu Opas Zeiten sind die Kinder mit der Sense im Alltag aufgewachsen. Die Sense war einzig dem Opa vorbehalten – und er wusste genau, wo das Reich für die sichere Aufbewahrung war. Heute rechnet kaum jemand mit einer Sense im Baum.

Wenn heute eine Sense im Baum hängt: Welcher Vorbeilaufende denkt denn schon an so etwas? Das Gefährliche: Läuft man frontal auf die Spitze zu, ist die Sense nahezu unsichtbar. Genau diese Erfahrung ließ ich in einem Kurs erleben – als ein Teilnehmer so felsenfest auf seiner Ansicht beharrte.

Heutzutage springen Kinder überall herum und sind sich der Gefahr nicht bewusst. Wer rechnet heutzutage mit einer Sense im Baum?

Die Empfehlung: Blatt vom Worb trennen – immer

Daher empfehle ich immer: Macht euch die Mühe und trennt Blatt vom Worb – und lagert beides einzeln. Der Zusammenbau ist in wenigen Minuten erledigt. Gerade dann, wenn man sowieso verschiedene Blätter für verschiedene Gräser und Einsätze verwendet, macht der zusammengebaute Zustand wenig Sinn.

Auch nimmt eine zusammengebaute Sense mehr Platz bei der Aufbewahrung weg. Und man bleibt beim Zusammenbau in der Übung: Schnitthöhe beachten, Zirkelstellung messen – was das genau bedeutet, erkläre ich gerne in einem Sensenkurs.

„Die Schärfe ist immer spürbar. Manchmal kann sie wehtun – doch beim Sensenmähen kann man die Schärfe erleben als das, was sie ist: scharf und schnittig.“

Edda Ryser, die Sensenlehrerin

mit der scharfen Sense Schinken schneiden

auch das schafft man mit einer scharfen Sense

Häufige Fragen zur Schärfe-Prüfung (FAQ)

Wie kann man die Schärfe einer Sense sehen?

Die Schärfe selbst sieht man nicht. Die Unschärfe schon: Schneide ins Licht halten – ein Silberstreif zeigt die stumpfe Fläche. Kein Silberstreif = scharf.

Was ist der Silberstreif-Trick beim Dengeln?

Schneide so ins Licht halten, dass das Licht auf die stumpfe Fläche fällt – dort erscheint ein silbriges Glänzen. Kein Silberstreif mehr sichtbar = Schneide ist scharf.

Was ist die Nagelprobe beim Dengeln?

Fingernagel vorsichtig senkrecht an die Schneide halten. Scharfe Sense hakt leicht in den Nagel. Und beim Bewegen des Nagels wird eine Welle im Metall sichtbar.

Warum sollte eine Sense nicht im Baum hängen?

Eine Sense im Baum ist für Vorbeilaufende kaum sichtbar – frontal ist die Spitze nahezu unsichtbar. Wer nicht mit der Sense aufgewachsen ist, rechnet nicht damit. Besonders gefährdet sind Kinder und Dritte.

Wie lagert man eine Sense sicher?

Blatt vom Worb trennen, Transportschutz auf die Schneide, getrennt und trocken lagern – für Kinder und Dritte unzugänglich. Der Zusammenbau ist in wenigen Minuten erledigt.

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