Wann muss man dengeln?

„Wann muss man dengeln?“ werde ich in Kursen gefragt. Meine Antwort kurz und knapp: „Wenn Wetzen allein nicht mehr ausreicht, um eine scharfe Schneide herzustellen“ oder „abhängig vom Zustand der Schneide“

Viele Mäher wollen so schnell es geht mit dem Grasschnitt fertig werden und sparen sich die Zeit des Wetzens während dem Mähen. Zu Beginn wird die Schneide geschärft und dann … kommen Gedanken wie „ach, nur schnell noch diese Bahn zu Ende sensen oder ich hab es doch eh gleich geschafft“.
Die Folgen sind einfach vermehrter Krafteinsatz, das Gras wird eher weggehauen als geschnitten und: die Schneide ist abgemäht, sie ist stumpf.

Nach jedem Kurstag werden alle verwendeten Sensenblätter gedengelt. So ist sichergestellt, dass sie für den nächsten Sensenkurs einsatzbereit und scharf sind.

Dengeln ist auch erforderlich, sobald Risse im Blatt sind. Sie entstehen durch den drückenden statt ziehenden Schnitt. Dieser Unterschied wird in einem anderen Blogbeitrag erklärt.

Auf dem Bild sind die Folgen am Blatt bei einem drückenden Schnitt zu sehen. Auch können Beschädigungen durch Stein-Kontakt oder Wellen durch falsches Dengeln das Blatt verformen.beschädigter Dengeln

beschädigter Dengel

beschädigter Dengeln durch Steinkontakt

Ebenso können häufiger Erdkontakt, z. B. beim Absensen von Ameisenhaufen, durch die Säuren im Boden und im Gras das Metall angreifen.

Daher ist es wichtig, nach Ende der Tagesarbeit das Sensenblatt mit Wasser zu reinigen und dann zu pflegen.

Bei alten Blättern kennt man deren Geschichte und Erlebnisse nicht. So können früheres ungleiches Dengeln, wenn z. B. also das Metall unterschiedlich stark vorgetrieben wurde, unterschiedliche Materialstärken und somit Schwachstellen verursachen. Dort können nicht nur beim Sensenmähen, sondern auch beim Dengeln selbst Spannungen entstehen, die dann Risse verursachen.

Was bewirkt dann das Dengeln?

„Wer beim Dengeln schläft, wird beim Wetzen wach“ – gut gedengelt ist halb gewetzt. Dengeln ist eine Kaltverformung des Metalls in dem vordersten 5mm-Bereich. Das Metall wird nach vorne ausgetrieben, es wird immer dünner.

Gut sichtbar im Sonnenlicht nun der Silberstreifen auf der Schneide, wenn das Licht die stumpfe Fläche zum Glänzen bringt. Eine scharfe Schneide hingegen sieht man nämlich nicht. Im Blogbeitrag: „Kann man die Schärfe sehen?“ erzähle ich mehr darüber.

Im unteren Teil des Bildes sieht man den ersten Dengeldurchgang, im oberen Teil noch den glänzenden stumpfen Silberstreif.

stumpfe Schneide glänzt

stumpfe Schneide glänzt

 

Was bewirkt das Wetzen?
„Viel hilft viel?“ – nun, bedingt: viel korrektes Wetzen hilft, denn auch beim Wetzen kann man die Schärfe wegnehmen oder herstellen: gewusst wie.

Das Wetzen ist das Entfernen und Entgraten des Metalls im vordersten Bereich, minimal wird Metall abgetragen. Daher muss der Wetzstein feucht sein, denn das Wasser ist einerseits Gleitmittel andererseits nimmt es den Abrieb mit, der dann im Kumpf-Wasser abgespült wird.

Trocken gewetzte Steine erkennt man an der rostigen roten Farbe und am speckig sein: die Oberfläche hat ihre Griffigkeit verloren.

Gewetzt wird mit einem Naturstein, denn die im Handel üblichen Korrund oder Kunstwetzsteine sind ausschließlich zum Dengeln. Sie sind abrasiv und geeignet, Macken aus dem Blatt zu entfernen. Was es hierbei zu beachten gibt, zeige ich in einem der Blogbeiträge.

Wie man einen Dengel herstellt und mit der Nagelprobe die Dicke des Metalls feststellt zeige ich dir gerne in meinem Video und in einem weiteren Blogbeitrag, die in der Mähdiathek einsehbar sind.

Vielleicht möchtest du das Dengeln mit Rückmeldung lernen, die verschiedenen Dengelmethoden ausprobieren und die für dich beste herausfinden – dann freue ich mich über deine Anmeldung zu einem Dengelkurs, gerne via E-Mail .

Ich freue mich auf dich!